500.000 Mobbing-Vorfälle jede Woche an deutschen Schulen. Eine erschreckend hohe Zahl.
Grund genug, daß Sie endlich konkrete Fakten zur Hand bekommen, wie Sie Ihrem Kind helfen können, aus diesen Quälereien
herauszukommen.
Heute sagen wir Ihnen, wie Sie den Lehrer dafür gewinnen können, Mobbing in seiner Klasse anzugehen, damit Ihr Kind endlich wieder ohne
Angst und Schrecken zur Schule gehen
kann.
=============================================================================
1. So helfen Sie Ihrem Kind bei Mobbing
2. Optimale Gesprächsvorbereitung
3. So gehen Sie beim Gespräch vor
4. Nochmals für Sie zusammengefaßt
=============================================================================
1. So helfen Sie Ihrem Kind bei Mobbing
==================================
Sie haben nun vielleicht nach einem längeren Gespräch mit Ihrem Kind die Gewißheit:
Ihr Kind wird in der Schule gemobbt und es geht ihm wirklich schlecht!
Wie gehen Sie nun vor?
1. Behalten Sie einen kühlen Kopf, auch wenn das schwer fällt.
2. Zeigen Sie Ihrem Kind, daß die Familie hinter ihm steht und es auf Sie zählen kann.
3. Bemitleiden Sie Ihr Kind nicht, sondern geben Sie ihm konkrete Hilfestellungen.
4. Auch wenn Sie, wie eine Löwenmutter für Ihr Kind nach vorne preschen wollen, zügeln Sie sich.
Konkret:
Knöpfen Sie sich die Eltern des Täters oder den Täter NICHT vor.
SONDERN:
Sammeln Sie genügend Informationen über das Mobbing durch Ihr Kind.
Schreiben Sie alle Daten auf:
* Wann
* Wo
* Welche Beleidigungen oder tätlichen Angriffe
* Wer ist daran beteiligt
* Wer hat Ihrem Kind vielleicht schon einmal
geholfen
Wenn Sie alle notwendigen Fakten in Erfahrung gebracht
haben, kann Ihnen jetzt nur noch eine Person weiterhelfen,
die Situation zu entschärfen bzw. sie zu beheben.
DER LEHRER IHRES KINDES
Wie Sie ihn an Bord holen, sagen wir Ihnen jetzt.
Bleiben Sie dran.
2. Optimale Gesprächsvorbereitung
==============================
Sie fragen sich, wie Sie ein so schwieriges Gespräch mit dem Lehrer führen, damit es:
a) konstruktiv verläuft
b) zu verbindlichen Ergebnissen führt
c) und vor allem Ihrem Kind nützt?
Ganz klar:
Mobbing ist ein äußerst sensibles Thema, das im besten Fall eigentlich nicht erst in der Schule behandelt werden sollte, wenn das erste
Mobbing-Opfer zu beklagen ist.
Jedes Gespräch hat ein Ziel.
Überlegen Sie sich also genau, was Sie bei dem Lehrergespräch erreichen wollen.
Das könnte sein:
* Ihr Kind muß mit seinen Sorgen ernst genommen werden.
* Das Thema Mobbing wird in einer speziellen Klassenstunde besprochen und konstruktiv im Klassenverband an einer
Verbesserung gearbeitet.
* Ihr Kind muß sicher sein können, daß eine schnelle und unkomplizierte Hilfe gewährt wird und eine angemessene Vorgehensweise bedacht
wird.
* Es werden, wenn möglich, *klasseninterne Streitschlichter* ernannt. Das können solche Schüler sein, die ein gesundes
Gerechtigkeitsempfinden und ein Gefühl dafür haben, welches
Verhalten in Ordnung ist und welches nicht.
* Der Lehrer soll der Klasse ganz klar signalisieren, daß er Mobbing in keiner Weise duldet und den Tätern müssen die Konsequenzen
aufgezeigt werden.
Sie haben Ihre wichtigen Ziele nun definiert.
Wie geht es weiter?
Vereinbaren Sie einen Termin mit dem Lehrer.
Teilen Sie ihm bei der Terminvereinbarung kurz das Thema des Gespräches mit, so kann er im Vorfeld bereits Ihre Aussagen prüfen und sich
dazu seine eigenen Gedanken machen.
Das kann so aussehen: *Ich mache mir Sorgen um mein Kind. Es fühlt sich seit einiger Zeit von anderen Mitschülern bedrängt. Darüber würde
ich gern mit Ihnen sprechen.*
Weiter geht´s zum Tag des Gesprächs.
Keine Sorge, wir bereiten Sie optimal darauf vor.
3. So gehen Sie beim Gespräch vor
=============================
Beginnen Sie das Gespräch mit einem positiven Einstieg.
Mutter: Wir haben ein Problem und ich brauche Ihre Hilfe als Pädagoge.
Crealern-Kommentar: Durch das *WIR* nehmen Sie den Lehrer bereits an Bord. Es zeigt ihm eine gemeinsame Verantwortung
auf.
Mutter: Lisa wird seit einigen Wochen von mehreren Klassenkameraden schikaniert. Die Jungens nennen sienur noch die *dicke Lisa* und die
Mädchen schließen sie
immer mehr aus der Gruppe aus.
Ganz schlimm ist es anscheinend auf dem Nachhauseweg. Mehrere Jungs der Klasse verfolgen sie regelrecht. Die anderen Mädchen lachen darüber
und finden das
noch witzig.
Wir wissen nicht mehr weiter. Lisa ist sowieso ein sehrruhiges Mädchen, aber jetzt zieht sie sich noch mehr zurück und kann gar nicht mehr
lachen.
Lehrer: Davon habe ich ja gar nichts mitbekommen.
Warum ist Lisa nicht zu mir gekommen?
Aber sie ist auch in der Klasse eher zurückhaltend. Sie sollte sich einfach mehr wehren. Dann lassen die anderen Schüler sie schon in
Ruhe.
Crealern-Kommentar: Sie merken. Jetzt kommt ein Einwand. Der Lehrer versucht zuerst einmal, das Problem zu
relativieren.
Bleiben Sie jetzt aber dran.
Mutter: Lisa ist ein ruhiges Mädchen, da haben Sie Recht.
Durch diese Situation ist ihr Selbstbewußtsein jedoch noch geringer geworden. Vor allem hat Sie große Angst, weil mittlerweile sehr viele
ihrer Klassenkameraden mitmachen.
Sie geht gar nicht mehr gerne zur Schule und hat morgens immer öfters Bauchweh.
Wir haben es auch erst vor kurzem bemerkt. Lisa wollte uns zuerst gar nichts davon erzählen. Sie hat Angst, daß die anderen sie dafür
bestrafen.
Was können wir tun? Ich denke, diese Situation sollte unbedingt in der Klasse geklärt werden.
Was halten Sie davon?
Crealern-Kommentar: Die Mutter bleibt weiter sachlich. Sie greift den Lehrer nicht an, gibt ihm nicht die Schuld, aber fordert ihn erneut
auf, Lösungen zu suchen.
Lehrer: Am besten knöpfe ich mir die Jungs einmal vor in einer extra Nachsitz-Stunde.
Mutter: Das ist vielleicht eine Lösungsmöglichkeit. Wenn Sie jetzt diese Jungen und Mädchen strafen, dann besteht doch die Gefahr, daß sie
ihre Wut wieder an Lisa abreagieren.
Lehrer: Wie soll ich dann das Problem lösen, wenn ich die betroffenen Kinder nicht ansprechen soll. Haben Sie da eine
Idee?
Mutter: Wir haben uns auch schon, zusammen mit Lisa, Gedanken gemacht.
Mein Vorschlag wäre, Mobbing als allgemeines Themen der Klasse durchzunehmen.
Im Internet habe ich da ein paar gute Gedankenanregungen gefunden. Da gibt es auch Rollenspiele, die Sie mit der Klasse zusammen gestalten
können.
Vielleicht gibt es in der Klasse auch ein paar Kinder, die Sie als eine Art Streitschlichter ausbilden könnten.
Wenn Sie etwas in dieser Art organisieren, dann könnte das Thema Mobbing vielleicht ein für allemal aus Ihrer Klasse verbannt
werden.
Crealern-Kommentar: Die Mutter bietet eine Lösung als Vorschlag an und zeigt dem Lehrer dabei aber auch seine Vorteile
auf.
Lehrer: Das könnte ich mir eventuell vorstellen.
Ich mache mir ein paar Gedanken dazu und kümmere mich um das Problem. Sie hören von mir.
Mutter: Es wäre schön, wenn wir uns in 2 Wochen nochmals zusammensetzen. Dann können Sie mir sicherlich schon erzählen, wie das Projekt in
der Klasse angekommen ist.
Und ich kann Ihnen hoffentlich berichten, daß es unserer Lisa besser geht.
Danke für das konstruktive Gespräch.
In dieser Art kann ein erfolgreiches Eltern-Lehrer-Gesprächaussehen.
Der Lehrer fühlt sich nicht angegriffen, weil er nichts bemerkt hat. Er ist deshalb offener für Lösungen.
Darüber hinaus haben Sie durch die Terminvereinbarung in 2 Wochen für mehr Verbindlichkeit gesorgt.
Noch ein Tipp von unserer Seite:
Nehmen Sie zu diesem Gespräch auf KEINEN FALL Ihr Kind mit.
4. Nochmals für Sie zusammengefaßt
===============================
Wenn Ihr Kind gemobbt wird, müssen Sie schnell und entschlossen handeln.
Heute haben wir Ihnen gezeigt, wie Sie den Lehrer Ihres Kindes als Partner gewinnen können, um den Teufelskreis der Schikanen zu
durchbrechen.
Auf was kommt es wirklich an bei diesem wichtigen Gespräch?
Hier nochmals die entscheidenden Details in Kürze für Sie zusammengefaßt:
* Bei der Terminvereinbarung das Thema des Gespräches mitteilen
* Beim Gesprächstermin
Auf positiven Einstieg achten
* Problem Ansprache - *Wir haben ein Problem*
* Positive Aufnahme von Einwänden
* Ich verstehe, daß Sie wenig Zeit haben...*
* Vielleicht haben Sie Recht ....*
* Weiterführende Argumente - WENN ...., DANN ....
*Wenn Sie die Klasse aktivieren, dann fühlen sich alle
wohler.*
* Vorschlag zur Erfolgskontrolle
* Besprechen wir die Sachlage in 2 Wochen wieder.*
Mit diesem praxiserprobten Leitfaden sind Sie optimal auf das Lehrergespräch vorbereitet.
Also, trauen Sie sich, denn:
SCHWEIGEN WIRKT WIE BILLIGEN
Und
Das Opfer (Ihr Kind) braucht jetzt Ihren Beistand.