die Lese- und/oder Rechtschreibprobleme Ihres Kindes spielen eine große Rolle bei seiner künftigen Schulwahl und geistigen
Weiterentwicklung.
Diese Tatsache wird durch wissenschaftliche Studien wie die Pisa-Studie und die
Iglu-Studie immer wieder bestätigt, untermauert und anschließend in den Medien
bedauert.
Aus diesem Grund wollen wir uns heute mit folgenden Themen beschäftigen:
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1. PISA- und IGLU Studien / Harte Fakten und unangenehme Tatsachen
2. Die Ausweitung der Lese- Rechtschreibschwäche (LRS) bei den
Fremdsprachen.
3. Erkennung der Lese-Rechtschreibschwäche (LRS)
4. Klassenversetzung oder Wiederholung: JA oder NEIN
5. Lösungen
6. Fragen und Antworten
7. Schlußfolgerung
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1. PISA- und IGLU Studien
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PISA-Studie
PISA ist eine international standardisierte Leistungsmessung, die mit
15-Jährigen Schülern in ihren Schulen durchgeführt wurde. Die Studie umfaßt 3 Bereiche:
Lesekompetenz,
mathematische Grundbildung
naturwissenschaftliche Grundbildung.
Wir werden im nachfolgenden Bericht nur auf die Lesekompetenz eingehen.
Die PISA-Studie bewertete die deutschen 15-Jährigen Schüler in ihrer
Lesefähigkeit mit einer mangelhaft.
IGLU-Studie
Die Internationale Grundschule-Lese-Untersuchung, abgekürzt IGLU
bewertete10-jaehrige Grundschüler in ihrer Lesefähigkeit.
Laut dieser Studie haben:
18% aller Schüler des 4. Schuljahres eine Abneigung gegen das Lesen!
Wir versuchen diese schockierenden Zahlen zu relativieren.
Vielleicht liegt es am vielen Fernsehen, oder an den "schlappen" Eltern von
heute,
die sich nicht durchsetzen können oder wollen...
Haben Sie unsere Spezialberichte gelesen, dann wissen
Sie als Insider, daß diese Zahl nur die Spitze des Eisberges ist.
Hinter einer Leseabneigung steckt meist eine Leseschwäche und eine
Leseschwäche wird meistens, aber nicht immer, von einer Rechtschreibschwäche begleitet.
Nun, die Grundschule legt die Grundlagen für das zukünftige Lernen.
Logischerweise, wenn 18% aller Viertkläßler Leseprobleme haben, dann müßte
Bei der Einführung der Fremdsprachen und durch die erhöhten Anforderungen in Deutsch, die Zahl der Schüler, die eine Abneigung gegen das
Lesen haben, steigen.
Und das tut sie, wie die Bewertungen der PISA-Studie beweisen.
Möchten Sie diese Zahl wissen?
Frau Hoppe, halten Sie sich fest, diese Zahl beträgt bei den 15-Jährigen
42% all unserer Kinder.
Diese Zahl ist eine Katastrophe für alle beteiligten Schüler, Eltern, Familien und engagierte Pädagogen.
Hier ist ein Auszug aus den Ergebnissen der PISA-Studie:
Der Anteil der Jugendlichen, die nicht einmal Kompetenzstufe 1 (= einfache
Informationen entnehmen und das Hauptthema einfache (Texterkennen)schafften, liegt im Durchschnitt bei 6%, in Deutschland bei
fast10%.
13% der deutschen Schüler/innen erreichten Stufe I (Grundschulniveau).
Das sind 23% die nur auf elementarem Niveau lesen können!
Von den Jugendlichen, die Kompetenzstufe I nicht erreichen, ist knapp die
Hälfte (47%)selbst, sowie die Eltern in Deutschland geboren und spricht zu Hause deutsch.
Quelle: Wiedergabe nach
Deutsches PISA-Konsortium (Hrsg.):
PISA 2000. Basiskompetenzen von Schülerinnen und Schülern im internationalen Vergleich.
Es kommt noch schlimmer, viel, viel schlimmer. Sie müssen diese Zahl nüchtern analysieren.
Es gilt die gleiche Logik wie bei den Grundschülern.
Noch mal:
Eine Leseabneigung ist ein sehr deutliches Indiz für eine Leseschwäche und
eine Leseschwäche wird meistens, aber nicht immer, von einer
Rechtschreibschwäche
begleitet.
So.
Und jetzt kommen die Fremdsprachen hinzu. Dann geht die Post erst recht ab!
2. Die Ausweitung der Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) bei den Fremdsprachen
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In der Kennedy-Schule und bei Crealern.de helfen wir täglich Jugendlichen, die lediglich sehr leichte Anzeichen einer
Lese-Rechtschreibschwäche als Grundschüler hatten.
Aufgrund der Leseschwäche haben diese Schüler in der ersten Fremdsprache
allmählich massive Probleme in der Grammatik bekommen.
Dabei hat sich die Zahl der Rechtschreibfehler, teilweise, drastisch erhöht.
Bei der zweiten Fremdsprache ist die Sache noch vertrackter.
Oft ist es so, daß das Kind früher viel gelesen hat und vielleicht auch heute noch Bücher liest. Es hat trotzdem Schwierigkeiten mit der
englischen Grammatik und mit der Französischen als zweiter Fremdsprache erst recht!
Mit der Zeit lesen viele dieser Jugendlichen immer weniger Bücher, weil das
Fundament der Lesefähigkeit weiter geschwächt wurde.
Sie fragen sich:
Warum kommt eine Rechtschreibschwäche oder eine Leseschwäche zu diesem
Zeitpunkt plötzlich zum Vorschein? Hierzu zitiere ich Dr. med. Fritz Held:
"Sie kann als Spätform erst in der 5. Klasse unter dem Einfluß der ersten
Fremdsprache zum Vorschein kommen. Bei diesen Kindern vermag das Lese-Rechtschreibzentrum im Gehirn seine Schwäche offenbar lange zu
kompensieren.
Es ist die erste Fremdsprache, die es plötzlich nicht mehr verkraften kann. Aus demselben Grund kann auch eine bereits überwundene
Lese-rechtschreib-
schwäche wieder aufflackern."
"Legasthenie Fibel für Eltern, Lehrer und Ärzte," Dr. med. Fritz Held,
Kinderpsychiater,
Neurologe. Eigenverlag.
Bei der Rechtschreibung steigt die Zahl der Rechtschreibfehler bei den
Ungeübten Diktaten etwa so an:
Klasse 6
Deutsch: 5 Fehler
Englisch: 8 Fehler - zunehmende Abneigung gegen das Lesen
Klasse 8
Deutsch: 8 Fehler, liest seit einem Jahr keine Bücher mehr.
Englisch: 10 Fehler
Französisch: 15 Fehler - große Schwierigkeiten in Grammatik.
Wir wissen, daß Jugendliche, welche die Pubertät durchmachen, lieber
Computerfilme spielen oder Fernsehen oder mit den Freunden unterwegs sind, als über den Hausaufgaben zu sitzen.
Diese Ablenkungen schließen das Lesen von Büchern nicht aus und
Beeinträchtigen die Qualität des Lesens, auch bei den Fremdsprachen, keine Insider Lerngeheimnisse
3. Wie Sie eine LRS bei einer Fremdsprache erkennen
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Aufgrund einer Leseschwäche:
- Schwierigkeiten in der Grammatik und bei Übersetzungen, den Text korrekt zu
lesen
- Texte werden ungenau oder mit Phantasieworten gelesen
Aufgrund der Rechtschreibschwäche:
- Anhand der durchschnittlichen Noten im Diktat, oder der vielen
Rechtschreibfehler, die nicht durch Fleißübungen zu vermeiden sind.
- Bei den Übersetzungen, wenn die Zahl der Rechtschreibfehler gegen Ende der Übersetzung regelmäßig deutlich ansteigt.
- Viele Rechtschreibfehler bei den Vokabeltests, trotz gewissenhafter
Vorbereitung
Die Pisa Studie stellte weiterhin fest:
"Die Lehrkräfte wurden vorher nach besonders schwachen Lesern gefragt. Die von
ihnen genannten Jugendlichen bilden nur einen kleinen Teil der Risikogruppe -
das
bedeutet, der größte Teil der leseschwachen Schüler/innen wurde
nicht erkannt."
Ca. 60% der 15-Jährigen in Deutschland besucht die 9. Jahrgangsstufe.
Mindestens ein Drittel der erfaßten Jugendlichen hat eine Schullaufbahn hinter sich, die von Mißerfolgserlebnissen geprägt ist: 24% haben
mindestens einmal eine Klasse wiederholt, zusätzlich zu den 12%, die zurückgestellt wurden.
Die Untersuchung macht deutlich, daß das Zurückstellen oder Wiederholen dabei nicht unbedingt zu größerem schulischen Erfolg führt. Die
pädagogische Wirkung wird ganz überwiegend negativ eingeschätzt: Sitzenbleiber erreichen im Schnitt nicht das mittlere Niveau der nachfolgenden Klasse.
Sie sehen jetzt wenigstens das erste Drittel des Eisberges. Es ist kaum
vorstellbar, wie die Ergebnisse gewesen wären, wenn man die Rechtschreibfähigkeiten der Schüler geprüft hätte.
Das Schulsystem ist bei Kindern, die Lernschwierigkeiten haben, wie ein altes
Dampfschiff
mitten im Nordatlantik um Mitternacht, im Herzen eines Sturms, ohne Ruder und
ohne Kompaß.
Und mit Ihrem Kind als Passagier...
4. Klassenwiederholung oder Versetzung: Ja oder Nein
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Möglicherweise stehen Sie und Ihre Familie vor der schwierigen Entscheidung: Soll mein Kind versetzt werden oder die Klasse
wiederholen?
Wir wissen von der Pisa Studie, daß Wiederholung ohne individuelle Förderung wenig bewirkt.
Klar.
Eine LRS ist nicht zu beseitigen mit der ständigen Wiederholung herkömmlicher Methoden des Schulsystems.
In der Psychologie wird dieses Phänomen das "Mehrdesselbensyndroms" genannt.
Kennen Sie das? Sie können eine Tür nicht öffnen und versuchen es mit Gewalt
- was Ihnen gelingt, nachdem Sie 3 oder 4 mal mit der Schulter dagegen gestoßen
haben?
Anschließend müssen Sie wieder zurück und dies mehrmals täglich.
Die Tür klemmt, weil die Luftfeuchtigkeit durch den vielen Regen gestiegen ist.
Das Holz dehnt sich aus und klemmt im Türrahmen.
Die Lösung: beim Türöffnen die Tür leicht anheben und dann fest drücken.
Kriterien für eine Wiederholung:
Ihr Kind hat nicht nur in Deutsch, sondern auch in den anderen Fächern Schwierigkeiten
Ihr Kind braucht sehr lange für die Erledigung seiner Hausaufgaben
Es kann meistens nicht selbständig arbeiten
Es beherrscht die Grundlagen in Deutsch ganz und gar nicht
Sie und Ihr Kind fühlen sich von der Schule überfordert
In seinem Verhalten wirkt Ihr Kind 1 bis 2 Jahre jünger
5.Lösungen
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Wird parallel zur Wiederholung ein gezieltes Buchstabentraining über die Sinne Sehen, Hören und Tasten regelmäßig durchgeführt, werden in
der Regel hervorragende Ergebnisse erzielt.
Ihr Kind hat dann die Chance, den Stoff nachzuholen, den es bisher nur
unvollständig beherrscht hat. Es arbeitet dann selbständiger, und ist dank den Erfolgsergebnissen, motivierter und
selbstbewußter.
Kriterien für die Klassenversetzung und die Wahl der weiterführenden Schule:
Abgesehen von Deutsch erzielt Ihr Kind gute Leistungen
Es kommt in der Klasse gut zurecht
Ihr Kind ist selbstständig und bis auf seine Schwierigkeiten im Lesen
und/oder Schreiben kommt es mit dem Stoff gut zurecht
Die Noten in den anderen Fächern sind akzeptabel
Ihr Kind versteht nicht nur den Stoff, sondern interessiert sich altersgemäß auch für andere Dinge.
Bis auf Deutsch fühlen Sie sich, zusammen mit Ihrem Kind, nicht von der
Schule überfordert.
Die Rechenfähigkeit ist intakt. Ihr Kind kann selbständig rechnen.
Auch in dieser Situation hat Ihr Kind sehr gute Chancen, seine
Lese-Rechtschreibfähigkeit mit dem gezielten Buchstabentraining nachhaltig zu verbessern.
Vergegenwärtigen Sie sich, daß diese Lernschwäche Ihres Kindes als eine
Reifungsverzögerung der Lese-Rechtschreibfähigkeit gesehen werden muß.
Diese Reifeverzögerung der Lese-Rechtschreibfähigkeit hat mit der Intelligenz
Ihres
Kindes nichts zu tun.
Dabei kann es sich auch ausschließlich um eine Lese-und/oder eine Rechtschreibschwäche handeln.
Dies wird eine isolierte Lese-und/oder Rechtschreibschwäche genannt.
6. Fragen und Antworten oder Seien Sie wachsam: versteckte Eisberge voraus!
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Die Klassenlehrerin sagt mir, ich soll erst mal abwarten, bevor ich mit
Foerdermaßnahmen
beginne, da die Lese-Rechtschreibfähigkeit meines Kindes sich von allein
verbessern wird.
Diese Aussage wird sehr oft in der Hoffnung gemacht, daß die Leserechtschreibfähigkeit Ihres Kindes spontan nachreift.
Eine spontane Nachreifung kommt auch gelegentlich vor. Mit etwas Glück kann das Kind die entstandenen Lücken dann
schließen.
Bei den Kindern, deren Lese-Rechtschreibfähigkeit nicht von allein nachreift, ist ein Aufholen und die Überwindung der entstandenen
Defizite schlecht möglich - diese Kinder sind sehr deutlich in der Mehrzahl.
Wann wird eine Rechtschreibschwäche in der Grundschule überhaupt sichtbar?
1. Sie kann bereits in der 1. Klasse von Anfang an zum Vorschein kommen.
2. Sie kann erst zum Vorschein kommen, wenn von der Ganzwortmethode zur
analytischen Methode übergewechselt wird, wenn es also darum geht,
unbekannte Worte mit Hilfe der Einzelbuchstaben zu erkennen oder zu
bilden.
3. Sie kann bei den ersten ungeübten Diktaten zum Vorschein kommen (je
nach Schule am Ende der 2. Klasse oder in der 3. Klasse), denn diese
Kinder lernen die vorgeübten Diktate so gut auswendig, daß sie nahezu
Fehlerlos geschrieben werden.
4. Bei diesen Kindern sind also erst die ungeübten Diktate der Prüfstein
für ihre Rechtschreibfähigkeit.
Quelle: "Legasthenie Fibel für Eltern, Lehrer und Ärzte," Dr. med. Fritz Held,
7. Schlußfolgerung
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Als Schlußfolgerung möchte ich das Resumé direkt aus der PISA-Studie zitieren:
"Eine gezielte und frühzeitige Identifikation und Förderung von schwachen
Lesern dürfte - wie die Studie erkennen läßt - zu einer erheblichen Verkleinerung der Risikogruppe führen."
Ich möchte mich mit einem Zitat von Barbara Tuchmann verabschieden:
"Bücher sind die Stützen der Zivilisation.
Ohne Bücher bleibt die Geschichte stumm,
die Literatur sprachlos,
die Wissenschaft verkrüppelt.
Das Denken kommt zum Stillstand.
Bücher sind Zeugen des Wandels,
Fenster zur Welt,
sie sind Banken des Geistes.
Bücher sind gedruckte Humanität"
Barbara Tuchmann, Historikerin
Mit den besten Wünschen für Sie und Ihre Familie.
PS Wenn Sie die erstaunliche Geschichte lesen möchten, wie ich dazu kam, mit der ES-IST-SO-EINFACH-Methode solche phantastischen Erfolge
bei Kindern mit den schlimmsten Lese-Rechtschreibschwächen zu erzielen, fragen Sie mich